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Google Fonts auf Ihrer Website erkennen und prufen

Aktualisiert: Marz 2026 · Lesezeit: 7 Min.

Letzte Woche hat mich ein Bekannter angerufen. Backer aus Hamburg, nette kleine Website. "Du, ich hab da so einen Brief bekommen wegen Google Fonts. Aber ich hab doch gar keine Fonts installiert?" Tja. Sein WordPress-Theme hat die Fonts geladen. Ohne dass er's wusste. Ohne dass er's wollte.

Genau das ist das Tuckische: Google Fonts werden meistens nicht bewusst eingebunden. Das Theme macht's, ein Plugin macht's, der Page Builder macht's. Und Sie merken nichts davon — bis die Abmahnung kommt.

Also: Wie finden Sie raus, ob Ihre Seite betroffen ist?

Methode 1: Chrome DevTools (der schnelle Check)

Offnen Sie Ihre Website in Chrome. Drucken Sie F12 (oder Rechtsklick > Untersuchen). Gehen Sie auf den Tab "Network". Laden Sie die Seite neu mit Strg+Shift+R.

Jetzt sehen Sie alle Netzwerk-Anfragen, die Ihre Seite macht. Oben gibt es ein Suchfeld — tippen Sie dort fonts.goo ein. Wenn Ergebnisse auftauchen, ladt Ihre Seite Google Fonts extern.

Worauf Sie achten mussen:

  1. fonts.googleapis.com — das ist die CSS-Datei, die die Font-Deklarationen enthalt
  2. fonts.gstatic.com — das ist der Server, von dem die eigentlichen Schriftdateien kommen

Beide Verbindungen ubertragen die IP-Adresse an Google. Beide sind problematisch.

Trick: Auch Unterseiten prufen

Manche Themes laden auf der Startseite andere Fonts als auf Blogbeitragen oder der Kontaktseite. Prufen Sie mindestens 3-4 verschiedene Seiten. Besonders Seiten mit Formularen (Contact Form 7 ladt gerne Fonts nach) und Seiten mit Elementor- oder Divi-Layouts.

Methode 2: Quelltext durchsuchen

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihre Seite und wahlen Sie "Seitenquelltext anzeigen" (Strg+U). Dann Strg+F und suchen nach:

Die erste Suche findet <link>-Tags im Head. Die dritte findet @import-Anweisungen in eingebetteten Style-Blocken. Klingt umstandlich, aber damit erwischen Sie die meisten Falle.

Was Sie damit nicht finden: Fonts, die per JavaScript nachgeladen werden. Das kommt bei manchen Page Buildern vor. Dafur brauchen Sie die DevTools-Methode.

Methode 3: Kommandozeile (fur Entwickler)

Wer's lieber im Terminal macht — mit curl und grep geht's in einer Zeile:

curl -s https://ihre-website.de | grep -i "fonts.googleapis\|fonts.gstatic"

Oder fur alle CSS-Dateien auf der Seite:

curl -s https://ihre-website.de | grep -oP 'href="[^"]*\.css[^"]*"' | \
  while read -r css; do
    url=$(echo "$css" | grep -oP 'href="\K[^"]+')
    curl -s "$url" | grep -l "fonts.googleapis" && echo "FOUND in: $url"
  done

Das ist naturlich Overkill fur eine einzelne Seite. Aber wenn Sie 10 oder 20 Kundenseiten prufen mussen, spart das enorm Zeit.

Methode 4: Automatisierter Scanner

Die zuverlassigste Methode, und ehrlich gesagt die, die ich selbst am meisten nutze. Ein automatisierter Scanner pruft nicht nur den Quelltext, sondern rendert die Seite komplett — inklusive JavaScript-geladener Ressourcen.

Der Vorteil gegenuber den manuellen Methoden: Der Scanner erwischt auch Fonts, die erst nach User-Interaktion geladen werden (Scroll-Events, Button-Klicks), und pruft automatisch mehrere Unterseiten.

Haufige Quellen fur versteckte Google Fonts

Aus meiner Erfahrung — das sind die ublichen Verdachtigen:

WordPress-Themes

Fast jedes Theme. Astra, GeneratePress, OceanWP, Flavflavor, Flavflavor — die laden standardmasig Google Fonts. Manche bieten inzwischen eine Option zum lokalen Hosting (Astra seit 3.6), aber die ist oft nicht voreingestellt.

Page Builder

Elementor ist der grosste Sundenbock. Es hat seine eigene Font-Verwaltung und ladt Fonts unabhangig vom Theme. Selbst wenn Sie im Theme alles auf lokal umgestellt haben, kann Elementor trotzdem externe Requests machen.

Plugins

Contact Form 7, Gravity Forms, WooCommerce — manche Plugins bringen eigene Stylesheets mit, die Google Fonts referenzieren. Das ist der am schwersten zu findende Fall, weil die Fonts nur auf Seiten geladen werden, die das Plugin nutzen.

Drittanbieter-Embeds

Google Maps, YouTube-Embeds und reCAPTCHA laden teilweise auch Google Fonts im Hintergrund mit. Das ist besonders gemein, weil man nicht damit rechnet. Ein YouTube-Video einbetten und plotzlich Google Fonts auf der Seite haben — das passiert haufiger als man denkt.

Was tun, wenn Sie externe Google Fonts finden?

Keine Panik, aber auch nicht auf die lange Bank schieben. Die Umstellung auf lokales Hosting dauert 15-60 Minuten. Bei WordPress geht's mit dem OMGF Plugin sogar in 5 Minuten.

Und danach: Nochmal prufen. Mit derselben Methode, die den Fund gebracht hat. Denn manchmal bleiben nach der Umstellung einzelne Requests ubrig — aus einem Plugin, das man ubersehen hat, oder aus einem gecachten Stylesheet.

Cache-Falle: Leeren Sie nach der Umstellung immer den Browser-Cache, den WordPress-Cache (WP Rocket, LiteSpeed etc.) und den CDN-Cache (Cloudflare). Sonst sehen Sie die alte Version und denken falschlicherweise, es hat nicht geklappt.
Google-Fonts-Check: Prufen Sie kostenlos, ob Ihre Website externe Google Fonts ladt — Jetzt prufen →
Reicht es, im Quelltext nach Google Fonts zu suchen?
Fur einen ersten Check ja. Aber manche Fonts werden per JavaScript nachgeladen und tauchen nicht im HTML-Quelltext auf. Fur eine vollstandige Prufung brauchen Sie die Browser-DevTools oder einen automatisierten Scanner, der die Seite rendert.
Mein Theme sagt, es ladt keine Google Fonts — trotzdem finde ich welche. Warum?
Haufigste Ursache: Ein Plugin (Elementor, Contact Form 7, WooCommerce) oder ein Drittanbieter-Embed (YouTube, Google Maps) ladt eigene Google Fonts. Prufen Sie jeden gefundenen Request einzeln — im Network-Tab sehen Sie unter "Initiator", welche Datei die Anfrage ausgelost hat.
Weitere Ratgeber:
Google Fonts lokal einbinden (Anleitung)
Google Fonts in WordPress lokal hosten
Das LG-Munchen-Urteil zu Google Fonts
Die Google-Fonts-Abmahnwelle
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